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Gesundheit und Medizin

Arbeitskreis Kölner Patientenfürsprecher

Der Gesetzgeber schreibt den Krankenhäusern vor eine unabhängige Beschwerdestelle für Patienten einzurichten. Krankenhausgesetz Nordrhein-Westfalen, § 5:
„Der Krankenhausträger trifft Vorkehrungen für die Entgegennahme und Bearbeitung von Patientenbeschwerden durch eine unabhängige Stelle, die mit allgemein anerkannten Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge und des Patientenschutzes sowie der Selbsthilfe eng zusammenarbeiten soll.“

Im Januar 2000 schrieben wir die Verwaltungsleiter aller 21 Kölner Krankenhäuser an und erkundigten uns nach der Umsetzung des Gesetzes in ihrem Krankenhaus.
Wir baten darum, uns den/die Patientenfürsprecher/in namentlich zu nennen, da wir planten, alle Kölner PatientenfürsprecherInnen zu einem Treffen und ersten Austausch einzuladen.
Patientenfürsprecher sind ehrenamtlich tätig. Dadurch ist ihre Unabhängigkeit gewährleistet.
Personell sind die Stellen sehr unterschiedlich besetzt. Es gibt ehemalige Chefärzte, einen pensionierter Pfarrer, ehemalige Krankenschwestern und grüne Damen, aber auch Berufstätige und Pensionierte ohne vorherigen Bezug zum Krankenhaus.

Beim zweiten Treffen am 7. September 2000 wurde der Arbeitskreis Kölner Patientenfürsprecher gegründet.  Es waren Patientenfürsprecher von 7 Krankenhäusern anwesend: Frau Becker und Frau Voigt vom Alexianer Krankenhaus, Frau Amberge vom Krankenhaus d. Augustinerinnen, Frau Rosenfeldt vom Eduardus Krankenhaus,Frau Fröhlich vom Städt. Kinderkrankenhaus, Herr Schubert von der Tagesklinik Alteburger Str., Dr. Rümmele vom Krankenhaus Porz a. Rhein, Dr. Schneider vom St. Franziskus Hospital.
 Am Anfang der Arbeit waren Vorbehalte gegenüber dem gesundheitsladen köln e.v. von Seiten einiger Klinikverwaltungen deutlich spürbar, die es nicht gerne sahen, dass ihre Patientenfürsprecher den Arbeitskreis besuchten. So wuchs die Teilnehmerzahl zunächst nur langsam.
Mittlerweile nehmen Patientenfürsprecher aus 18 Kölner Krankenhäusern regelmäßig am Arbeitskreis teil. Leitung und Organisatorisches übernehmen zwei Vereinsmitglieder des gesundheitsladen köln e.v.

Der Arbeitskreis trifft sich dreimal im Jahr.
Inhalte der Treffen sind:
1. Austausch über den konkreten Umgang mit Beschwerden vor Ort.
2. Diskussion über die aktuelle gesundheitspolitische Entwicklung, insbesondere im Krankenhausbereich.
3. Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen und Projekte
4. Fortbildung.

So entwickelte der Arbeitskreis beispielsweise das Faltblatt PATIENTENFÜRSPRECHER/INNEN IM KRANKENHAUS, das Patienten über die Tätigkeit des Patientenfürsprechers und die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme informiert. Mittlerweile geben einige Kölner Krankenhäuser das Faltblatt bei der Patientenaufnahme zusammen mit den anderen Informationen aus. Das Faltblatt ist in deutscher und türkischer Sprache abgefasst. Es wurde im Frühjahr 2002  in einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert. Sie können es hier herunterladen.

Im Januar 2003 referierte Dr. Marco Halber, kommissarischer Leiter des Qualitätsmanagements der Uni Klinik Köln, zum Thema:
"Neue Entwicklungen beim Qualitätsmanagement im Krankenhaus“ 
In unregelmäßigen Abständen besuchen die Teilnehmer des Arbeitskreises ein Krankenhaus. Dabei wird durch das Haus geführt und mit Mitarbeitern diskutiert. So wurden beispielsweise die Neue Psychiatrie der Uni Klinik, das Alexianer Krankenhaus und das St.Agatha Krankenhaus besucht.
Ein Mitglied des Arbeitskreises, seit Jahrzehnten als Patientenfürsprecherin tätig, wirkte in der Kommunalen Gesundheitskonferenz mit an der Erstellung des Katalogs „Kriterien für Krankenhausplanung aus der Sicht von Patient/innen und Angehörigen“. 
Im September 2007 waren Herr Klier vom Gesundheitsamt (Kommunale Gesundheitskonferenz) und Frau Oertel, Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle (KISS) zu Gast, um mit den Teilnehmern über die Umsetzung des Kriterienkatalogs zu diskutieren.
Im November 2007 feierte der gesundheitsladen köln e.v. seinen 20. Geburtstag im Stollwerk. Dort fand eine Podiumsdiskusion statt unter dem Motto: „Patient im Krankenhaus- verloren und verkauft“. Die Sozialdezernentin Frau Bredehorst sagte hier ausdrücklich  ihre Unterstützung für die Patientenfürsprecher zu.
Im April 2008 fuhren einige Mitglieder des Arbeitskreises nach Berlin zum bundesweiten Treffen der Patientenfürsprecher. Zu diesem Treffen lädt  die Patientenbeauftragte Frau Kühn-Mengel seit 2006 jährlich ein.

2010 erstellte der Arbeitskreis ein Forderungspapier, das die aus Sicht des Arbeitskreises nötige Ausstattung eines Patientenfürsprechers beschreibt. Dieses Forderungspapier wurde 2011 mit der Bitte um Unterstützung in die Kommunale Gesundheitskonferenz eingebracht, dort aber aufgrund von Protesten von Seiten der Krankenhäuser und Ärzteschaft vorerst nicht beschlossen. Sie können es hier herunterladen. 

Neues vom Arbeitskreis Patientenfürsprecher

Die Forderungen des Arbeitskreises Patientenfürsprecher können Sie Hier herunterladen.

2014 hat die Krankenhausgesellschaft in NRW gemeinsam mit der Gesundheitsministerin Barbara Steffens und dem Patientenbeauftragten des Landes eine Empfehlung zur Ausstattung und Aufgabe der Patientenfürsprecher_innen herausgegeben. Klicken Sie Hier , dann können Sie diese einsehen.

Patientenfürsprecher

Der Kölner Stadtanzeiger über die Arbeit der Patientenfürsprecher (hier klicken) .

UPD ab 2016 in anderen Händen!

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hat entschieden, die Unabhängige Patientenberatung (UPD) ab 2016 an die Sanvartis GmbH zu übergeben. Das Unternehmen bietet Callcenterdienste für viele verschiedene Krankenkassen an.  Mehr dazu (hier)