Über das Projekt

Gesundheitsförderung war immer ein grundlegendes Motiv der Arbeit des gesundheitsladen köln e.V. Die Entwicklung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz) wurde daher mit großem Interesse wahrgenommen und begrüßt. Durch das 2015 verabschiedete Gesetz sind die Krankenkassen nun stärker verpflichtet, Projekte zur Gesundheitsförderung benachteiligter Gruppen und in „Lebenswelten“ zu unterstützen (Bundesrahmenempfehlung 2018 und Landesrahmenvereinbarung NRW).

Im Oktober 2019 starteten wir mit dem Präventionsprojekt gesund hoch3 – gesund im Veedel. Es wird von den Krankenkassen finanziert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Grundlegendes Ziel ist, im Rahmen von Gesundheitsförderung die gesundheitliche Chancengleichheit in der Lebenswelt „Quartier“ zu verbessern. Dazu sollen allgemeine gesundheitliche Ressourcen, gesundheitsförderliche Strukturen und die Gesundheitskompetenz der Menschen gestärkt werden.

In unserem Projekt liegt das Hauptaugenmerk auf erwerbslosen Menschen sowie Senior*innen in den Kölner Stadtteilen Mülheim, Buchheim und Buchforst. Alle drei Stadtteile sind durch große Vielfalt hinsichtlich kultureller und ethnischer Herkunft der Bewohner*innen geprägt. Über 50% der Bewohner*innen haben einen Migrationshintergrund. Zugleich leben viele ältere Menschen und Menschen in Erwerbslosigkeit in den Veedeln. Viele leben in Armut oder in unsicherer finanzieller Situation.

Daher wollen wir das Thema Gesundheit als Querschnittsthema und Gesundheitsförderung als Aufgabe nachhaltig in den Strukturen vor Ort verankern – in den Gremien der Stadtteile und in den Behörden ebenso wie in den Vereinen und Gemeinden.

Wie machen wir das? Wir nehmen an Konferenzen und Arbeitskreisen verschiedener Organisationen und Institutionen teil, um zu erfahren, ob und wie Gesundheit bereits thematisiert wird. Gleichzeitig bietet sich so für uns die Gelegenheit, gesund hoch3 – gesund im Veedel vorzustellen und über die Gesundheitsförderung in den Stadtteilen ins Gespräch zu kommen. Zu den Organisationen gehören neben der Kommunalen Gesundheitskonferenz Köln insbesondere die Vernetzungsgremien im Bezirk: beispielsweise der Runde Tisch Seniorenarbeit im Stadtbezirk Mülheim, die Stadtteilkonferenzen in Buchheim, Buchforst, Mülheim-Nord und Keupstraße.

Wir bauen Kooperationen auf mit den JobBörsen Köln-Mülheim und Köln-Buchheim/Buchforst, mit Trägern wie der Christlichen Sozialhilfe Köln e.V. und der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V., mit den Sozialraumkoordinationen, den Interkulturellen Zentren und Integrationsorganisationen, den SeniorenNetzwerken der Stadtteile und anderen Interessenvertretungen, den StadtteilBüros, mit Kulturvereinen, Bürgerzentren und vielen mehr.

Neben den Mitarbeiter*innen in Behörden und Einrichtungen ist auch die Beteiligung von  Bewohner*innen der Viertel sowie Aktiven und Fachleuten im Gesundheitswesen für unser Projekt sehr wichtig.

Auch Wünsche und Bedarfe hinsichtlich der Angebote zur Gesundheitsförderung sind unterschiedlich: sie reichen von Informationen über gesunde Ernährung, Tanznachmittage, regelmäßiges Joggen, Schwimmkurs, Stadtteil-Spaziergänge, Gespräche mit anderen Betroffenen über belastende Lebenssituationen bis zu nachbarschaftlichem Gärtnern. Wir möchten gemeinsam mit den Menschen vor Ort Angebote für Senior*innen und erwerbslose Bewohner*innen entwickeln, die für den Erhalt oder die Verbesserung ihrer Gesundheit benötiget werden, und diese mit ihnen gemeinsam verwirklichen.

Das Projekt gesund hoch3 – gesund im Veedel ähnelt in gewisser Weise einem Labor: Wir erkennen Bedürfnisse sowie Hindernisse, entwickeln Optionen für die Verbesserung gesundheitsförderlicher Bedingungen und verhelfen ihnen nach Erprobung zu langfristiger Verwirklichung.